TIP-Report des US Außenministeriums

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Zwar äußerte sich das US-Ministerium lobend darüber, dass sich der deutsche Staat verstärkt für Opferschutz eingesetzt und die finanzielle Unterstützung für die Opfer ausgeweitet habe, bemängelte jedoch, dass es kein nationales Leitsystem für Opfer über alle Bundesländer hinweg gebe und dass nach wie vor kein nationaler Berichterstatter ernannt sei, “der die Anstrengungen der Regierung im Bereich Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und zur Ausbeutung der Arbeitskraft unabhängig überprüft”.
Vor allem in die Kritik geraten war jedoch die Strafverfolgung, da die Zahl der Verurteilungen wegen Menschenhandels seit dem Jahr 2009 in Deutschland zurückgehe, Haftstrafen häufig nicht der Schwere der Tat entsprächen und zu oft ausgesetzt würden.
Den übersetzten Länderbericht für Deutschland finden Sie hier.

Fachtagung: Menschenhandel in Deutschland – Nachfrage im Fokus Vorträge sind online

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Vom 21. bis 23. Februar fand in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie unseren Bündnismitgliedern International Justice Mission und dem Netzwerk gegen Menschenhandel unsere Fachtagung zum Thema “Menschenhandel in und nach Deutschland – Nachfrage im Fokus” statt. Wir waren begeistert über das große Interesse an dem Thema.
Viele der hochkarätigen Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops können unter folgendem Link nachgehört werden: https://fachtagung-mid.de/uebersicht/

Mitgliederversammlung am 11. März

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Am 11. März trafen sich die Mitglieder und Partner von Gemeinsam gegen Menschenhandel in Berlin zur diesjährigen Mitgliederversammlung. Es gab einen intensiven Austausch darüber, wie wir im Rahmen unseres Bündnisses die Partizipation verstärken und unsere Ressourcen besser nutzen können. In der nächsten Zeit werden einige spezifische Gruppen entstehen, die sich bestimmten wichtigen Themen widmen, wie z.B. Erarbeitung von Kampagnen, Freedom Business oder Politik. Außerdem wurde der bisherige Vorstand für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt.

Start des neuen EU-Projekts INTAP

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Im Februar startete unser neues, von der EU geförderte Projekt INTAP mit einer Kick-Off-Veranstaltung in Berlin. Die Abkürzung INTAP steht für “Intersektioneller Ansatz zum Integrationsprozess in Europa für Betroffene des Menschenhandels” (“Intersectional approach to the process of integration in Europe for survivors of human trafficking”). Das Projekt zielt darauf ab, die Integration nigerianischer und chinesischer Betroffener von Menschenhandel zu verbessern. Entsprechend der Zielgruppe sind diesmal andere Kooperationspartner eingebunden als bei unserem vorherigen EU-Projekt GIPST. Diesmal arbeiten wir mit zwei deutschen (The Justice Projekt, SOLWODI Deutschland), einem österreichischen (Herzwerk Wien) und einer italienischen NGO (Associazione Comunità Papa Giovanni XXIII) zusammen. Außerdem ist ein Experte der Eichstätter Caritas-Flüchtlings- und Integrationsberatung im Team. Weitere Informationen gibt auf der Website unter www.intap-europe.eu 

EU-Projekt GIPST erfolgreich abgeschlossen

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Unser EU-Projekt “GIPST” kann Ende Dezember erfolgreich abgeschlossen werden. In den vergangenen zwei Jahren hatten wir mit insgesamt sieben deutsche Organisationen aus Berlin, Hamburg und Stuttgart zusammen mit der Set Free Foundation in Sofia (Bulgarien), die Möglichkeit viele Materialien zu erstellen, um die Identifikation und Integration von Betroffenen von Menschenhandel zu verbessern. Wir freuen uns über die fleißige Nutzung und Verbreitung.

In den Städten Berlin, Hamburg und Stuttgart wurde ein Mapping von Prostitutionsstätten gemacht, um einen besseren Überblick über die jeweilige Situation zu bekommen.

Wir haben auch 18 Seminare in Flüchtlingsunterkünften gehalten, um über die Gefahren von Menschenhandel aufzuklären. Dafür wurden Flyer und PowerPoint-Präsentationen erstellt.

Für Frauen in der Prostitution hat „Neustart“ Infos zum Prostituiertenschutzgesetz auf einem ansprechenden Flyer zusammengetragen.

Für den Bereich der Integration wurde das Kompass-Programm entwickelt, ein Unterrichtsprogramm, das Aussteigerinnen alle wichtigen Kompetenzen für die Arbeitswelt vermitteln soll. Dazu gehört auch ein Patinnen-Programm, um die Frauen in dem Prozess zu begleiten und ihnen die soziale Integration zu erleichtern. Darüber hinaus wurden Kontakte zu Unternehmen aufgebaut, um Arbeitsstellen für die Betroffenen zu schaffen.

Der dritte Bereich von GIPST befasste sich mit der Verbesserung der Rückkehr-Betreuung. Es wurden Kontakte zu Organisationen in den wichtigsten Herkunftsländern aufgebaut und viele Hintergrundinformationen zu den Ländern und ein Handout zur Planung einer Rückkehr zusammengetragen, die bei der Betreuung von Rückkehrerinnen hilfreich sind.

Mit fairen Geschenken Freiheit schenken

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Pünktlich zur Adventszeit gibt es im Online-Shop von MADE IN FREEDOM nun auch tolle Geschenkideen, die doppelt Freude schenken. Denn die Textilprodukte von LOVE CALCUTTA ARTS sehen nicht nur schön aus und sind gleichzeitig praktisch, sondern wurden genau wie die MADE IN FREEDOM Shirts von Frauen in Kolkata hergestellt, die in diesem Workshop einen würdevollen, fair bezahlten Arbeitsplatz bekommen haben. Dieser bewahrt sie vor einer Zukunft in der Armut-und Zwangsprostitution auf den Straßen des großen Rotlicht-Slums von Sonagacchi in Kolkata. Die Frauen werden medizinisch betreut und lernen in einer Ausbildung, aus den hochwertigen Stoffen recycelter Seiden-Saris farbenfrohe Notizbücher und Memo-Zettelboxen herzustellen.
Mit diesen kannst Du nicht nur Freunde und Verwandte beschenken, sondern ermöglichst gleichzeitig mehr Freiheit für Frauen in Kolkata. Die Produkte kannst Du Dir unter https://madeinfreedom.de/product-category/geschenkartikel ansehen und bekommst sie bei Bestellung bis 18.12. vor Heiligabend geliefert.

Augsburger Podiumsgespräch: Prostituiertenschutzgesetz schützt Täter!

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Am 09.11.18 fand das vom Verein „AugsburgerInnen gegen Menschenhandel e.V.“ initiierte Podiumsgespräch „Frauenhandel und das Prostituiertenschutzgesetz“ statt. Die etwa 70 Interessierten wurden von Klaus Engelmohr, Vorstand des Vereins, begrüßt und mit der Frage konfrontiert, ob das vor gut einem Jahr in Kraft getretene Gesetz auch Wirkung zeigt. Die Talkrunde bestand aus Dirk Wurm (Ordnungsreferent Augsburg), Manfred Paulus, Dr. Inge Kleine, Martin Warnecke und Sabina Rasinariu (Gesundheitsamt Augsburg).
In Augsburg arbeiten etwa 600 Prostituierte. Laut Rasinariu, die regelmäßig Kontakt zu vielen der Frauen hat, sei es schwer herauszufinden, ob sie sich freiwillig oder unter Zwang prostituieren, was oftmals an der Sprachbarriere, aber auch am Druck seitens der Zuhälter liegt. Manfred Paulus ist überzeugt, dass sich mehr als 95% der Frauen in Deutschland in der Zwangsprostitution befänden. In Augsburg kämpfe man für echte Verbesserungen, so Dirk Wurm, es gäbe aufsuchende Millieusozialarbeit in Zusammenarbeit mit SOLWODI, um Frauen den Ausstieg zu erleichtern. Nur wenige Frauen jedoch wagen den Ausstieg, Gründe dafür sind Angst vor den Zuhälterbanden, Scham, Schulden.
Das Gesetz schreibe Auflagen für die Bordelle und die Frauen vor, ein Opferschutz fehle jedoch komplett, es setze Freiwilligkeit für die Prostitution voraus und gehe an den vorherrschenden Problemen vorbei, so Dr. Inge Kleine. Die organisierte Kriminalität werde dadurch nicht bekämpft. Paulus bezeichnete das Gesetz als „Täterschutzgesetz“.
In einigen europäischen Ländern ist die Gesetzeslage, ebenso das Frauenbild anders: Dort ist Sexkauf verboten und es müsse auch in Deutschland ein Umdenkungsprozess stattfinden, so Martin Warnecke. Die Kriminalisierung der Freier würde dazu führen, dass Frauen nicht mehr als Ware gesehen werden. Deutschland läge als zentral-europäisches Land in der Verantwortung, sich an die anderen Länder anzugleichen, Prostitution prinzipiell als Gewalt gegen Frauen anzusehen und einen Opferschutz zu gewährleisten.