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Entmenschlicht: Warum wir Prostitution abschaffen müssen

Mit 17 flüchtet Huschke Mau aus ihrem gewalttätigen Elternhaus und weiß nicht aus noch ein. Mittellos und ohne Unterstützung rutscht sie in die Prostitution und damit einhergehend in eine Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Ihr erster Zuhälter: ein Polizist. Zehn Jahre vergehen, bis sie sich aus diesem Teufelskreis befreien kann. Inzwischen hat Huschke Mau einen Studienabschluss, promoviert und fordert den gesellschaftlichen Ausstieg aus der Prostitution. Ihre These: Prostitution beinhaltet immer sexuelle Gewalt. Frauen in der Prostitution haben meist keine Wahl, weil sie sich in Abhängigkeiten oder Notlagen befinden. Freier hingegen schon. Niemand zwingt sie, Frauen zu kaufen. Nicht die Frauen sollten kriminalisiert werden oder beschämt sein, sondern die Männer. In ihrem Buch erklärt und beschreibt Huschke Mau das System Prostitution.

ISBN: 978-3841907943, Huschke Mau, Edel Books, 2022

Zuhälterei gestern und heute: Über Hurenwirte, Kiezkönige und die Sexsklaverei der Mafia

Im Zentrum dieses Buches steht die Zuhälterei der Gegenwart in all ihren Erscheinungsformen. Der Menschenhandel ist Teil von ihr und sie steht in engem Zusammenhang mit dem Drogengeschäft sowie anderer Begleitkriminalität. Damit ist die Zuhälterei von heute Teil des bedeutsamsten Geschäftsfelds der Mafia und der Organisierten Kriminalität (OK). Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen zu den mit Abstand beliebtesten Zielländern und Aktionsfeldern dieser verbrecherischen Organisationen.
Zuhälterei stellt eine ernsthafte Bedrohung für Staat und Gesellschaft dar. Denn das Machtstreben und die Einflussnahme der OK hört an den Grenzen der Rotlichtmilieus nicht auf. Von Zuhältern angeführte Kriminalität versucht immer weiter und tiefer in die Gesellschaft einzudringen.
Allzu viele Verantwortliche verschließen die Augen vor dieser Gefahr. Manfred Paulus, jahrzehntelang als Kriminalkommissar auf der Jagd nach organisierten Kriminellen unterwegs, will sie ihnen und den LeserInnen öffnen.

ISBN: 978-3-85371-500-0, Manfred Paulus, Promedia, 2022

Ausverkauft! Prostitution im Spiegel von Wissenschaft und Politik

Ist die deutsche Prostitutionspolitik mit ihrem Ansatz der Regulierung und Liberalisierung gescheitert? Seit mehr als einem Jahrhundert mahnen Frauenrechtlerinnen nun bereits einen Perspektivwechsel an: Die Nachfrage ist der zentrale Grund, warum Prostitution existiert. Dieser Tatsache wird mit dem schwedischen Ansatz Rechnung getragen, der im Buch ausführlich vorgestellt wird. „Ausverkauft!“ ist ein Standardwerk, das einen Einstieg in die vielen verschiedenen Aspekte eines komplexen Themas bietet. Dargestellt werden zentrale Erkenntnisse der feministischen Frauenforschung, der Geschichte, der Soziologie, der Psychologie und der Kriminologie. Das Buch erinnert jedoch auch an all jene mutigen und unerschrockenen Aktivistinnen der Frauenbewegung, die sich damals wie heute der patriarchalen Institution der Prostitution entschieden entgegenstellen. Interviews mit internationalen Expertinnen und Experten machen darüber hinaus die vielfältigen Zugänge zum Thema deutlich. Manuela Schon ist Soziologin mit besonderem Schwerpunkt auf sozialer Ungleichheit und geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie ist außerdem politische Aktivistin, Podcasterin und Bloggerin.

ISBN: 978-3347276314, Manuela Schon, Tredition, 2021

Das Nordische Modell: Eine Möglichkeit für Deutschland?

Wie kann man Frauen schützen, die Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel werden? Das Nordische Modell (oder Gleichheitsmodell) kombiniert ein Sexkaufverbot, bei dem nicht die Frau, sondern der Sexkäufer bestraft wird, mit staatlichen Hilfsangeboten wie Ausstiegsprogrammen zur beruflichen wie seelischen Rehabilitation und weiteren politischen Maßnahmen.
Ist das Nordische Modell eine Möglichkeit für Deutschland? Dieser Frage gehen verschiedene Mitglieder des Deutschen Bundestages nach, die sich im überfraktionellen Parlamentskreis „Prostitution – wohin?“ engagieren.

ISBN: 978-3-943362-70-1, Frank Heinrich/Uwe Heimowski, Wortschatz Edition, 2021

Der Stoff aus dem die Freiheit ist. Die Geschichte meines humanitären Modelabels [eyd] – und warum es sich lohnt, mutig zu sein.

Nathalie Schallers Lebensweg scheint vorgezeichnet: Abitur, Jurastudium, Karriere. Doch dann lernt sie auf Reisen nach Indien und Kambodscha Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution kennen. Das Thema lässt sie nicht mehr los. Welche Perspektive haben die jungen Frauen nach ihrer Befreiung überhaupt? Kann Nathalie irgendetwas tun?
Sie entscheidet sich, dem Funken in ihrem Herzen Beachtung zu schenken. Die Vision von einem außergewöhnlichen Modelabel ist geboren: Mit professionellen Designs – aber vor allem fair, nachhaltig und humanitär. Die Idee ist revolutionär! Und natürlich läuft nichts so wie geplant …
Das Buch erzählt vom Träumen, Scheitern, von Ängsten, Kampfgeist und Vertrauen. Als bunte Collage aus Autobiografischem, Hintergrundinformationen und harten Fakten ist es eine packende Inspiration für jeden, der nach seiner Aufgabe im Leben sucht oder davon träumt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

ISBN: 978-3-86334-291-3, Nathalie Schaller/Lennart Will, Adeo, 2021

Sklaverei. Eine Menschheitsgeschichte von der Steinzeit bis heute

»Sklaverei« – das Wort lässt an afrikanische Arbeiter auf amerikanischen Plantagen denken. Doch Verschleppungen und Zwangsarbeit gab es schon, als die Menschen gerade erst sesshaft geworden waren, und es gab sie so gut wie überall.
Michael Zeuske führt in dieser umfassenden Darstellung durch die gesamte Geschichte der Versklavten und der Sklaverei in allen Weltgegenden. Er macht seine Leser mit chinesischen Kindersklaven genauso bekannt wie mit osmanischen Elitesklaven oder den »Hofmohren« in preußischen Residenzstädten. Und er blickt in die Gegenwart. Denn auch heute werden Menschen noch wie Waren behandelt – von der Zwangsprostituierten bis hin zum Kindersoldaten.

ISBN: 978-3-15-020546-4, Michael Zeuske, Reclam, Durchges. und aktual. Neuausgabe 2021

Schneewittchen und der böse König

Katharina kommt aus einer guten Familie, aber sie fühlt sich oft unverstanden und sehnt sich nach Liebe und Aufmerksamkeit. Das Mädchen verliebt sich in den einfühlsamen Reitlehrer Heinz, der ihr eine gemeinsame Zukunft auf einem Reiterhof verspricht. Doch insgeheim verfolgt er einen grausamen Plan: Katharina soll für ihn als Prostituierte anschaffen gehen. Für das junge Mädchen ist das der Beginn eines elf Jahre langen Martyriums. Sie ist auf die perfide Masche eines Loverboys hereingefallen. Zusammen mit Babara Schmid gelingt es ihr, ein eindringliches Bild einer destruktiven Beziehung und eines Psychopathen zu zeichnen und zu zeigen, wie er durch Manipulation und Entfremdung einen unbedarften Teenager auf seine Seite ziehen konnte.

ISBN: 978-3-7474-0190-3, Katharina M./Barbara Schmid, mvg Verlag, 2020

Piff, Paff, Puff

Die Journalistin Aline Wüst recherchierte in den vergangenen zwei Jahren im Rotlichtmilieu. Sie sprach mit rund hundert Frauen, die sich aktuell prostituieren oder in der Vergangenheit Geld mit Sex verdienten. Sie sass viele Abend im Puff, reist mit einer Bulgarin in ihr Heimatdorf, trieb Geld von einem Freier ein, fror am Strassenstrich und fläschelte in Bukarest das Baby eines Menschenhändlers. «Piff – Paff – Puff. Prostitution in der Schweiz» ist eine eindrückliche Reportage, in der sowohl Prostituierte als auch Freier, Bordellbetreiberinnen, Anwälte und Polizisten sowie Medizinerinnen und Psychologen zu Wort kommen.

ISBN: 9783906807171, Aline Wüst, mvg Verlag, 2020

Menschenhandel und Sexsklaverei: Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu

Als ehemaliger Kriminalhauptkommissar hatte Manfred Paulus sein ganzes Berufsleben mit den Geschäftsfeldern des organisierten Verbrechens zu tun, die sich rund um die Rotlichtmilieus breit gemacht haben. 30 Jahre lang widmete er sich der Bekämpfung des immer internationaler werdenden Menschenhandels, der aus Frauen und Kindern ausgebeutete Sexobjekte macht, Waren, die mitten in unseren Städten in erniedrigender Weise angeboten und nachgefragt werden.

ISBN: 978-3853714676, Manfred Paulus, Promedia, 2020

Menschenhandel: Die Rückkehr der Sklaverei

Menschenhandel bringt Umsatz – und das nicht zu knapp. In der internationalen Kriminalität kommt ihm nahezu gleich viel Bedeutung zu wie dem Drogenhandel. Und der ist der lukrativste Wirtschaftszweig der Welt. Was vielen nicht klar ist: Deutschland ist Umschlagplatz Nummer 1 für die Ware Mensch in Europa. Mitten in unseren Städten existiert eine dunkle Parallelgesellschaft: Zwangsprostitution, Kindersex, illegale Arbeiter, Organhandel oder Kinderbanden.
Thomas Schirrmacher klärt auf und zeigt, wie jeder Einzelne helfen kann.

ISBN: 978-3775158671, Thomas Schirrmacher, SCM Hänssler, 2018

Prostitution heute. Befunde und Perspektiven aus Gesellschaftswissenschaften und Sozialer Arbeit

Ebenso skandalisiert wie verharmlost ist die Praxis gewerblichen Geschlechtsverkehrs immer wieder Gegenstand kontroverser gesellschaftlicher Debatten. Undeutlich bleibt dabei oft, was genau gemeint ist und über wen gesprochen wird. Die rechtliche Lage, die sozioökonomische Position, die Profiteure und die Benachteiligten eines sich ständig verändernden Milieus müssen nämlich ebenso berücksichtigt werden wie die Orte von Prostitution und das Geschlecht der Betroffenen. Dieser Sammelband möchte gegenwärtige Strömungen und Auffassungen sichtbar machen, Ursachen und Motive von Prostitution argumentativ aufbereiten, die Nachfrageseite und ihre Rolle im Prostitutionssystem beleuchten, den Einfluss medialer Sujets nachzeichnen und auch die Probleme benennen, die im Rahmen der Feldforschung entstehen. Zudem stellt der Band wichtige Beratungs- und Ausstiegsangebote vor, die insbesondere in Deutschland und Schweden verfolgt werden. Neben sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln und sozialarbeiterischen Interventionsmöglichkeiten bei von Gewalt betroffenen Menschen in der Prostitution stehen vor allem Betroffene mit ihren Erfahrungen im Mittelpunkt. Stimmen aus der Praxis der Sozialen Arbeit prägen den abschließenden Schwerpunkt des Buches und berichten von den Erfahrungen aus der täglichen und praktischen Arbeit im Milieu.

ISBN: 978-3-8288-4106-2, Angelina | Piasecki | Schurian-Bremecker, Tectum, 2018

Rotlicht

Alles begann mit dem altmodischen Plüsch eines Sexshops. Als Kind traute sich Nora Bossong nur, ihn aus den Augenwinkeln zu betrachten. Als junge Frau aber wagt sie sich in jene Geheimzone, in der Lust nackte Arbeit ist und unsere Sexualität und der Kapitalismus frontal aufeinanderprallen. Sie trifft harmlose Studenten bei Dildo-Präsentationen und altersweise Pornoproduzenten. Sie steht in schäbigen Sexkinos und am Salat-Buffet eines Swingerclubs. Mit funkelnder Beobachtungsgabe erzählt Nora Bossong von einer Gesellschaft, die das Verruchte immer abwaschbarer gestaltet. Und sie stellt die Frage, warum das Rotlichtmilieu die echte Wollust nur an den Mann bringen will – und niemals an die Frau.

ISBN: 978-3-446-25457-2, Nora Bossong, Hanser, 2017

Lea Ackermann. Der Kampf geht weiter – Damit Frauen in Würde leben können

»Wäre Schwester Lea Ackermann nicht bei ›Unserer Lieben Frau von Afrika‹ gelandet, hätte sie auch Revolutionärin oder Staatschefin werden können. Ihre Mischung von Gerechtigkeitssinn, Empörung und Handlungsfähigkeit ist explosiv«, bescheinigt ihr niemand Geringeres als das Frauenmagazin EMMA.
Lea Ackermann hängte ihre Bankkarriere an den Nagel und ging als Ordensschwester nach Afrika. Die Begegnung mit dem Elend von Zwangsprostituierten veränderte ihr Leben. Ihr Hilfswerk für Frauen in Not, SOLWODI (Solidarity with Women in Distress), ist längst international verbreitet.
Von Michael Albus ließ sie sich herausfordern, sehr persönlich zu erzählen – wie sie wurde, was sie ist; woher die Kraft kommt, etwas zu bewegen; was sie wütend macht; warum sie trotzdem fröhlich bleiben kann; woran sie glaubt und worauf sie hofft. Offene Worte einer mutigen Frau.

ISBN: 978-3-8436-0884-8, Michael Albus, Patmos, 2017

Der verdrängte Skandal: Menschenhandel in Deutschland

Martina ist ein aufmüpfiger Teenager. Mit 15 hält sie es zu Hause nicht mehr aus und zieht zu älteren Freunden. Doch sie ahnt nicht, dass deren Zuneigung nicht ganz uneigennützig ist. Sie sperren Martina in eine Wohnung, wo sie von mehreren Männern vergewaltigt wird. Anschließend gibt es kein Zurück mehr: Von jetzt an muss Martina anschaffen gehen. Erst mit 24 schafft sie den Ausstieg dank der Hilfe von Karo e.V.

Menschenhandel mitten in Deutschland? Eine bittere Realität. Alleine rund 5000 Zwangsprostituierte leben hier, so Schätzungen des Bundeskriminalamtes. Kein Wunder, sind wir dank liberaler Gesetzgebung doch längst der Puff Europas (Manfred Paulus, Kriminalhauptkommissar a.D.)! Der verdrängte Skandal erzählt die herausfordernden Geschichten von Betroffenen. Eingerahmt werden diese von Hintergrundbeiträgen: über die Rechtslage der Opfer und die Vorgehensweisen der Täter. Aber auch über Mut machende Initiativen, ins Leben gerufen von Menschen, deren Glaube ein Wegschauen nicht zulässt: die Arbeit von solwodi von Sr. Lea Ackermann oder die Hamburger Initiative Mission Freedom.

ISBN: 978-3865068941, Frank Heinrich & Uwe Heimowski, Brendon, 2016

Der heilige Skarabäus

Bis die Gestapo ihn 1933 beim S. Fischer Verlag in Berlin beschlagnahmte und kurz darauf verbrannte, hatte der Skandalroman Der heilige Skarabäus, der erstmals 1909 erschienen war, bereits 22 Neuauflagen erlebt. In diesem als „Unsittenroman“ verdammten Buch, eröffnet die damals schon bekannte Verfasserin einen schonungslosen Blick auf die Vergnügungssucht und das Laster des Bürgertums im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Anhand des buntbewegten Treibens im sogenannten „Rothaus“, das von einer üblen Absteige bald zu einem der vornehmsten und bestbesuchtesten erotischen Salons der Stadt wird, schildert sie nicht nur den Aufstieg und Untergang eines einzelnen Bordells, sondern entwirft auch gleichzeitig eine gleichermaßen kritische wie hellsichtige Sozial- und Gesellschaftsstudie. Zum ersten Mal in der Geschichte der österreichischen Literatur geht es hier um das Leben der Prostituierten selbst, um verwegene, verführte und oft bedauernswerte Geschöpfe, die durch Unwissenheit, Not und Verzweiflung zur Prostitution kommen und durch Geldgier, Korruption und Mädchenhandel zur Ware der käuflichen Liebe werden.

ISBN: 978-3-9504158-3-4, Else Jerusalem, Das vergessene Buch (DVB) Verlag, 2016

Ware Frau. Prostitution, Leihmutterschaft, Menschenhandel

Was hilft gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution? Die Freier bestrafen? Oder das ‚älteste Gewerbe der Welt‘ weiter liberalisieren?
Die Autorin stellt in ihrem Buch das schwedische Modell vor, das nicht die Prostituierten bestraft, sondern die Freier. Nach statistischen Untersuchungen hat dies dazu geführt, dass sich die Anzahl der Prostituierten mehr als halbiert hat und in Schweden eine gesellschaftliche Ächtung für Männer gilt, die für Sex bezahlen müssen.
Die Typische Leihmutter stammt aus der Unterschicht oder der unteren Mittelschicht und ist oft nicht in der Lage ihre eigene Familie zu ernähren.
Menschenwürde bedeutet, dass man Menschen nicht instrumentalisieren darf. Gibt es ein Recht auf ein Kind? All diesen Fragen geht Kasja Ekman in ihrem Buch ‚Ware Frau‘ nach.

ISBN: 978-3-944666-26-6, Kajsa Ekis Ekman, Orlanda Frauenverlag, 2016

Shadow’s Law: The True Story of a Swedish Detective Inspector Fighting Prostitution

Simon Häggström erzählt erschütternde Geschichten aus seiner Arbeit als schwedischer Kriminalkommissar im Rotlichtmilieu Stockholms. Seine Erlebnisse sind Plädoyers für die gesetzliche Regulierung der Prostitution, die Schweden vor mehr als 20 Jenaern gewählt hat.
Und sie sind Plädoyers für die Menschlichkeit. (Sprache: Englisch)

ISBN: 978-9188153203, Simon Häggström, Bullet Point Publishing, 2016

Was vom Menschen übrig bleibt

Die irische Autorin Rachel Moran tritt an gegen das Prostitutionsestablishment. Ihr brillanter und international hochgelobter Bericht entlarvt die romantisierenden Vorstellungen von der „selbstbestimmten Hure“. Moran weiß, wovon sie spricht. Als obdachlose Heranwachsende geriet sie in den Strudel der Prostitution und konnte sich erst sieben Jahre später aus eigener Kraft daraus befreien. Als Überlebende ist sie dieser Parallelwelt entkommen und liefert uns in ihrem Buch nun Innenansichten einer zerstörerischen Lebensweise. Mit der Sensibilität einer Betroffenen und der virtuosen Sprachmächtigkeit einer Journalistin führt sie in die Gesetzmäßigkeiten einer Tabuzone ein, aus der keine Frau unbeschadet zurückkehrt.
ISBN: 978-3-8288-3458-3, Rachel Moran, Tectum, 2015

Nackte Tatsachen. Wie deutsche Printmedien über Prostitution berichten

Prostitution ist in Deutschland seit dem Prostitutionsgesetz von 2002 ein rechtlich anerkannter Beruf. Das beabsichtigte Ziel des Gesetzes: Prostitution sollte nicht länger sittenwidrig sein, sondern eine ganz normale Erwerbstätigkeit werden und den Prostituierten den Weg in die Sozialkassen ebnen. Doch auch zwölf Jahre nach der Gesetzgebung von 2002 herrscht in der deutschen Gesellschaft kein Konsens über die Bewertung von Prostitution. Welche Rolle spielen die Massenmedien bei der Konstruktion des kontroversen Themas? Welche Blickwinkel werden eingenommen und von wem? Debora Höly untersucht in einer Inhaltsanalyse das sogenannte Framing der Prostitutionsberichterstattung in deutschen Printmedien zwischen 1998 und 2012.
ISBN: 978-3-8288-6151-0, Debora Höly, Tectum, 2015

Sklavenmarkt Europa. Das Milliardengeschäft mit der Ware Mensch

Menschenhandel ist die moderne Form der Sklaverei und eine so grausame Geschichte wie einst die des Sklavenhandels. Frauen, Männer, Kinder werden von kriminellen Vereinigungen versklavt in Prostitution und Zwangsarbeit, verkauft als Haussklaven und an Bettlerbanden, ausgebeutet mit Dumpinglöhnen und ausgeschlachtet im internationalen Organhandel. In Europa beträgt der geschätzte jährliche Umsatz des organisierten Verbrechens mit der Ware Mensch 15 Milliarden Euro.
Michael Jürgs reiste auf die Dunkelfelder des Verbrechens, war bei Razzien und Strategiesitzungen dabei und befragte bei Europol, Bundespolizei, UNO, Frontex und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen die Frauen und Männer, die den Kampf gegen die Gesetzlosen im Namen des Gesetzes bestreiten.

ISBN 978-3570101872, Michael Jürgs, C. Bertelsmann Verlag, 2014

Hurenleben

Als Seelsorgerin begegnet Monika Rudolph Prostituierten. Die, die sonst auf ihre Weise Gehör schenken, finden bei ihr selbst einmal Gehör. Hier erzählen sie, warum sie sich für diesen Weg entschieden haben. Oft sind es zerplatzte Träume oder Sehnsüchte, die ihnen keine Wahl ließen, manchmal ist es aber auch eine bewusste Entscheidung zu diesem Lebensweg. Doch welche Wünsche haben sie? Welche Sehnsüchte erhalten sie aufrecht, die selbst als Projektionsfläche anderer dienen? Monika Rudolph gelingt es, hinter die Fassade zu schauen und in eine Welt vorzustoßen, die immer noch der Mantel der tabubeladenen Verschwiegenheit umgibt. Eine Einladung, diese Menschen einen Herzschlag lang auf ungewohnten Lebenspfaden zu begleiten und sich von ihrer Lebensklugheit anrühren zu lassen.

ISBN 978-3451309021, Monika Rudolph, Herder, 2014

Tatort Deutschland: Menschenhandel. Frauenhandel, Kinderhandel, Zwangsprostitution, Organhandel, Heiratsmarkt

Fakt ist, die so schmutzigen wie lukrativen Geschäfte mit der Ware Frau und Kind halten weltweit unvermindert an. Deutschland ist daran in hohem Maße beteiligt und bietet als Zielland und Land der Ausbeutung „beste“ Rahmenbedingungen für die Zuführung von Frauen und Kindern in die Zwangsprostitution, für die skrupellosen Geschäfte von Menschenhändlern, Zuhältern und verbrecherischer Organisationen. Die Rotlichtmilieus gelten als Einfallstore der Organisierten Kriminalität. Frauenhandel und Zwangsprostitution sind Basisdelikte und „unverzichtbares“ Standbein dieser kriminellen Organisationen. Der Autor beleuchtet die Situation in den Rekrutierungsländern, die Anwerbungs- und Schleusungsmethoden sowie die Ausbeutung der Sexsklav(inn)en in den bundesdeutschen Rotlichtmilieus anhand kriminalistischer Erfahrung. Er zerstört Illusionen, bringt die Ambivalenz und Scheinheiligkeit ans Licht und entlarvt „Gutmenschen“ als Gehilfen des Verbrechens.
Der Autor ist Kriminalhauptkommissar a.D. mit einer langjährigen Erfahrung im Bereich der Rotlichtkriminalität, des Frauen- und Kinderhandels und der Pädokriminalität. U.a. war er auch international in Thailand, Weißrussland und Südosteuropa tätig.

ISBN 978-3-86281-070-3, Manfred Paulus, klemm+oelschläger, 2014

Die industrialisierte Vagina – Die politische Ökonomie des globalen Sexhandels

Dieses Buch untersucht, wie sich Prostitution und andere Bereiche der Sexindustrie – einst sich im Verborgenen abspielende und gesellschaftlich verachtete Praktiken in kleinem Maßstab – zu sehr profitablen, seriösen Marktsektoren entwickelt haben, die von Regierungen legalisiert und entkriminalisiert wurden. Sheila Jeffreys demonstriert die Globalisierung der Prostitution, in dem sie nicht nur auf das Wachstum und die globale Ausbreitung der Pornografie und den Boom von Sexshops, Stripclubs und Begleitagenturen hinweist. Sie bezieht auch die Katalogbrautindustrie und die Zunahme von Sextourismus und Frauenhandel sowie Militärprostitution und sexuelle Gewalt im Krieg mit ein.

ISBN 978-3944442099, Sheila Jeffreys, Marta Press, 2014

Fucking Poor – Was hat „Sexarbeit“ mit Arbeit zu tun?

Prostitution wird oft als eine unabänderliche gesellschaftliche ‚Notwendigkeit’ betrachtet, quasi ‚zum Mensch sein gehörend’, obgleich sie ein ‚Dienst am Mann’ ist. Genau deshalb soll diese kulturelle Praxis als etwas ‚Normales’ akzeptiert und diskutiert werden. Die Auswirkungen dieses ‚Normalisierungsdiskurses’ auf die Frauen und Männer innerhalb und außerhalb der Prostitution werden dabei ebenso außer Acht gelassen wie bestehende Macht- und Gewaltstrukturen. In diesem Buch beweist Anita Kienesberger, dass „Sexarbeit“ keinesfalls eine Arbeit wie jede andere ist. Sie setzt sich mit dieser Begriffsverschiebung und seinen Folgen auseinander. Die Autorin ist überzeugt, dass es im Zusammenhang mit Prostitution dringend notwendig ist, die Frage nach gesellschaftlichen Machtverhältnissen neu zu stellen.

ISBN 978-3-944442-21-1, Anita Kienesberger, Marta Press, 2014

Weißer Markt – Frauenhandel und Völkerrecht vom Ausgang des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts

„Dringende Warnung an auswandernde Mädchen. Nimm im Auslande keine Stelle an ohne vorherige sichere Erkundigung! Wende dich in Not und Gefahr an das Nachweisungsbureau für Auswanderer am Bahnhof oder die Bahnhofsmission oder auch an den Wirt.“Diese Warnung des Deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels spiegelte die gesellschaftliche Realität um die Jahrhundertwende des ausgehenden 19. Jahrhunderts wider. Was waren die Gründe für den Menschenhandel? Durch wen und mit welchen Mitteln wurde er getätigt? Und wie wurde der Menschenhandel bekämpft? Stefanie Lauben analysiert den Versuch, den weißen Mädchen- und Frauenhandel zwischen dem ausgehenden 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts durch Schaffung völkerrechtlicher Normen zu bekämpfen. Sie zeichnet die Entstehung von völkerrechtlichen Regeln nach, mit denen die internationale Gemeinschaft den Handel mit Kindern und Frauen zu bekämpfen versuchte. Vergleicht man die Diskussionen, die im Rahmen der Erarbeitung jener Normen geführt wurden, mit Berichten über den Handel mit Mädchen und Frauen zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung aus dem Jahr 2012, fällt auf, dass diese erschreckend ähnlich sind. Das Problem ist bis jetzt nicht gelöst, die Diskussion darüber nötiger denn je!

ISBN 978-3-8288-3385-2, Stefanie Lauben, Tectum, 2014

Du verreckst schon nicht!: Wie mich meine Mutter in die Kriminalität und Prostitution trieb

Mit 12 Jahren begeht Jana ihren ersten Selbstmordversuch. Ihre Eltern sind Alkoholiker und haben für ihre Tochter nichts übrig außer Beschimpfungen, Schlägen und Tritten. Oft muss sie nachts vor der Wohnung auf der Fußmatte schlafen wie ein Hund. Jana schließt sich einer kriminellen Jugendgang an und liefert das erbeutete Diebesgut regelmäßig bei der Mutter ab, deren Respekt sie sich so zu erkämpfen versucht. Aus Sehnsucht nach Liebe beginnt Jana mit 15 ein Verhältnis mit einem Mann, der ihr Vertrauen missbraucht und sie an einen befreundeten Bordellbetreiber vermittelt. Weiterhin liefert sie einen Großteil ihrer Einnahmen bei der Mutter ab, die ihr mit der Polizei droht, wenn das Geld ausbleiben sollte. Als sie ihr Leben nur noch im Alkohol- und Drogenrausch ertragen kann und sich immer weiter auf den Abgrund zubewegt, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Es hat Jahre gedauert, bis Jana die Kraft fand, ihr Trauma zu überwinden und anderen von ihrem Leben zu erzählen. Dieses Buch ist der erschütternde Schicksalsbericht eines Kindes auf der verzweifelten Suche nach Liebe.

ISBN: 9783868822878, Jana Koch-Krawczak, mvg Verlag, 2013

Buchcover: I kidnap girls

I Kidnap Girls: Stealing from traffickers, restoring their victims

“I kidnap girls from their traffickers. Their pimps never know it until the girls are in the car with me, speeding toward the safe house.” Iana Matei did not always do such things. In fact, Matei, a once battered, imprisoned woman, had spent 10 years carefully constructing a better life halfway around the world. This life was interrupted by a single phone call that would eventually lead to the rescue of over 400 victims of forced prostitution. Iana Matei has achieved notoriety in the international community for her fight against human trafficking in eastern Europe – including the Reader’s Digest European of the Year award in 2010. However, her solutions are local: teaching rescued children vocational skills and developing projects with sustainable jobs. Thus depriving traffickers of one of their most valuable tools: the false promise of work abroad. Author Pamela Ravan-Pyne shares a fictionalized biographical account of Iana Matei’s initiation into the world of human trafficking. The three girls profiled in I Kidnap Girls – Tara, Louisa and Nicoletta – are composites of real-life experiences from the rescued victims. A portion of the sale of each book helps to fund the work of Iana Matei’s non-profit, Reaching Out Romania.

ISBN: 978-1935961499, Pamela Ravan-Pyne, Booktrope Editions, 2013

PROSTITUTION. Ein deutscher Skandal. Wie konnten wir zum Paradies der Frauenhändler werden?

Das Buch ist Teil einer Kampagne gegen das deutsche Prostitutionsgesetz von 2002. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Artikeln der Zeitschrift Emma über Prostitution aus den vergangenen Jahren.

ISBN: 978-3462045789, Alice Schwarzer (Hrsg.), KiWi (Emma-Buch), 2013

Patricia Green, ein Engel im Rotlichtviertel

Ein unerhört eindrückliches Lebensbild über Patricia Green, die gebürtige Neuseeländerin. Sie lebte 17 Jahre in Bangkok , Thailand, wo sie „Rahab Ministries“ gründete, eine christliche Straßenarbeit für thailändische Frauen in der Prostitution. Seit 2006 lebt Patricia Green in Berlin, wo sie „Alabaster Jar e.V.“ aufbaute, ein Hilfsprojekt für Frauen aus Ungarn, Bulgarien, Polen, Tschechien und Deutschland, die in der Prostitution arbeiten. Über die Jahre hinweg hat Patricia Green mit ihren wöchentlichen Straßenbesuchen Tausende von Frauen mit dem Evangelium erreicht und Hunderten aus der Prostitution heraushelfen können.

ISBN 9783765515019, Eleina Ericksson, Brunnen, 2012

Frauenhandel in Deutschland – Im Spannungsfeld von Abschiebungspolitik und Prostitution

Frauenhandel wird in den letzten zehn Jahren zunehmend als Verletzung der Menschenrechte angesehen und von zahlreichen Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene bekämpft. Dennoch können Politik und Gesellschaft bislang keine positiven Ergebnisse im Kampf um die Eindämmung dieses Phänomens verbuchen. Annette Huland fragt nach den Ursachen dieses Missstandes. Hierzu zeichnet sie die Entstehung und Entwicklung des Frauenhandelsdiskurses in Deutschland nach und berücksichtigt auch den europäischen und internationalen Kontext vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute. Dabei deckt sie bedenkliche Leerstellen auf. Hulands These lautet: Diese Lücken begünstigen eine Instrumentalisierung des Frauenhandelsdiskurses und verhindern sogar die Bekämpfung des Frauenhandels. Huland fragt nach den dahinter stehenden Interessenkonflikten, insbesondere in den Bereichen der Prostitutionsregulierung und der Ausländer- und Abschiebungspolitik. Die Autorin diskutiert, inwieweit bipolare Ausschlussmechanismen in Bezug auf Geschlecht und Nation die Wirksamkeit von Menschenhandelsbekämpfungsansätzen verhindern.

ISBN 978-3-8288-3027-1, Annette Huland, Tectum, 2012

Sklaverei. Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel

Noch nie in der Menschheitsgeschichte war Sklaverei und Menschenhandel so verbreitet. Mit der modernen Sklaverei wird mehr Geld verdient als mit dem Drogenhandel. Unbeirrt kämpft die Menschrechtsaktivistin Lydia Cacho gegen den Kinder- und Sklavenhandel: Von Japan über Kambodscha und Europa bis nach Nord- und Südamerika ist sie undercover den Menschenhändlern auf der Spur.
Lydia Cacho analysiert die weltweit verbreitete Kultur des Sexismus, weist eindrücklich nach, wie sexuelle Gewalt in diversen Kriegen gezielt als Waffe eingesetzt wird und welche neue Formen der Ausbeutung durch das Internet entstanden sind.
Ein aufregendes Buch über eines der schockierendsten Themen unserer Zeit – mit einem Vorwort von Carolin Emcke.

ISBN: 978-3596188550, Lydia Cacho, Fischer Verlag, 2011

Zu verkaufen: Mariana, 15 Jahre

„Bist du allein, kannst du sprechen?“ „Ja.“ „Ich habe gehört, du brauchst Hilfe, stimmt das?“ „Ich weiß nicht…“ „Hast du Angst?“ „Ja, sehr.“ „Ok. Ich hole dich da raus.“ Mariana ist 15 Jahre alt und Sexsklavin, gefangen in einem entsetzlichen Gefängnis aus Angst und Gewalt. Sie ist eine von Tausenden junger Osteuropäerinnen, die Jahr für Jahr in den Westen geschleust und zur Prostitution gezwungen werden. Iana Matei will Mariana retten. Wie schon so viele Mädchen, die sie gerettet hat. Iana Matei erzählt ihre Geschichten. Grausame, unvorstellbare Schicksale, die niemand unberührt lassen.

ISBN: 978-3404602810, Iana Matei, Bastei Entertainment, 2011

Sex Trafficking – Inside the Business of Modern Slavery

Sex Trafficking –  At the end of 2006, there were 28.4 million slaves in the world, 1.2 million of whom were women and children abducted, deceived, or sold into forced prostitution. Kara quantifies the growth and profitability of sex trafficking, shares the stories of victims, and reveals the shocking conditions of their exploitation.

ISBN: 978-0-231-13961-8, Siddharth Kara, Columbia University Press, 2009

Das Prostitutionsgesetz. Aktuelle Forschungsergebnisse, Umsetzung und Weiterentwicklung

Sechs Jahre nach Inkrafttreten des deutschen Prostitutionsgesetzes (2002) zieht dieses Buch Bilanz: Wie wirkt sich das Gesetz auf Prostitution in Deutschland aus? Welche Probleme, Perspektiven ergeben sich, wie sieht die Wirklichkeit aus? Um die deutsche Situation besser einordnen zu können, werden europäische Perspektiven vergleichend herangezogen. Ein wichtiges Buch unter anderem für JuristInnen wie auch die Soziale Arbeit und die Polizei.

ISBN: 978-3866492110, Barbara Kavemann und Heike Rabe (Hrsg.), Verlag Barbara Budrich, 2008

Ware Frau. Auf den Spuren moderner Sklaverei von Afrika nach Europa

Joy, 19, vermietet ihren Körper für zehn Euro pro Kunde in Wien: Sie muss 45.000 Euro an die Frauenhandels-Mafia abzahlen. Blessing, 24, hat die Prostitution verweigert, nun wurde ihr Bruder zu Hause niedergeschossen. Florence, 22, hat in einem monatelangen Marsch zu Fuß die Wüste durchquert – und endet am Rand einer Ausfallstraße. Drei von 40.000 Frauen aus Nigeria, die in Europa als Zwangsprostituierte auf der Straße stehen: bestellt, verkauft, ausgeliefert. Mary Kreutzer und Corinna Milborn liefern nicht nur einen fundierten Bericht über Frauenhandel – sie sind auch Dutzenden solcher Schicksale nachgegangen. Gemeinsam mit Joana Adesuwa Reiterer aus Nigeria, die Betroffene berät, berichten sie aus dem Alltag afrikanischer Zwangsprostituierter in Wien, Frankfurt, Berlin. Ihre Recherchen führten sie bis nach Lagos und in nigerianische Dörfer, wo junge Frauen mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt werden und ganze Familien von ihren Geldsendungen abhängen. In riskanten Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Menschenhändlern decken sie die Methoden der Frauenhändler auf, gehen der Rolle von Polizei und Behörden nach und sprechen mit den Freiern in Europa. Ein packender und einfühlsamer Bericht über Ausbeutung, Rassismus und die Hintergründe des größten kriminellen Wirtschaftszweiges der Welt.

ISBN: 978-3902404572, Mary Kreutzer & Corinna Milborn, Ecowin Verlag, 2008

Gehandelte Frauen. Menschenhandel zum Zweck der Prostitution mit Frauen aus Osteuropa

Das Phänomen des internationalen Menschenhandels mit Frauen wurde bereits seit der Jahrhundertwende öffentlich diskutiert, damals insbesondere nach den internationalen Kampagnen gegen White Slavery und White Slave Trade. Es lassen sich seit dieser Zeit in Bezug auf Prostitution verschiedene Positionen identifizieren: der Puritanismus, die Reglementierung und der Abolitionismus.
Diese sich zum Teil überschneidenden Diskurse hatten Regelungsversuche auf internationaler Ebene zur Folge, die auch auf die nationalen Gesetzgebungen ausstrahlten. Bis zum Menschenhandelsprotokoll diente die „Konvention zur Unterbindung des Menschenhandels und der Ausnutzung der Prostitution anderer“ der Generalversammlung der Vereinten Nationen aus dem Jahre 1949, welche die Position des Abolitionismus widerspiegelte, als Modell für nationale Gesetzgebungen. Der neue Ansatz verabschiedet sich ingewisser Weise von diesem Standpunkt. Die Anwendung von Zwang wurde als grundlegendes Element von Menschenhandel in das Protokoll aufgenommen, wodurch eine Unterscheidung zwischen erzwungener und freiwilliger Migration zum Zweck der Prostitution gemacht wird.

ISBN: 978-3896265302, Alexandra Geisler, Trafo, 2005

Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen. Das große Geschäft mit der Ware Frau

Menschenhandel: Ein Verbrechen, das mitten unter uns geschieht. Vor allem Frauen und Kinder sind die Opfer. Aber kaum jemand nimmt Notiz davon. Dabei wird die »Ware Frau« offen zum Kauf angeboten – täglich in Zeitungsanzeigen, rund um die Uhr im Internet. Laxe Bestimmungen und eine nachlässige Rechtsauslegung machen es Schleppern und Schleusern leicht. Wer profitiert von dem lukrativen Geschäft? Wer sind die Freier, die die Nachfrage für das verbrecherische Angebot erst erzeugen? Diese sensible und zugleich mutige Reportage lässt Opfer zu Wort kommen, bringt erschreckende Details ans Tageslicht und zeigt: Wir können etwas tun. Wer diese unerträglichen Verbrechen an Frauen und Kindern nicht länger akzeptieren will, ist aufgefordert zu handeln.

ISBN: 978-3466306916, Lea Ackermann / Inge Bell / Barbara Koelges, Kösel-Verlag, 2005

Frauenhandel und Zwangsprostitution. Tatort: Europa

Allein in Deutschland gehen derzeit nach Schätzungen von Hydra und anderer Hilfsorganisationen 100 000 bis 200 000 Ausländerinnen, davon ein erheblicher und zunehmender Teil aus Osteuropa kommend, der Prostitution nach. Sie sind in der überwiegenden Mehrzahl Gefangene und Opfer international agierender Täter und Tätergruppierungen und krimineller Ausbeuter. Sie sind die Sklavinnen unserer Zeit und die Ware einer gierigen Sexindustrie, die Jahr für Jahr Milliarden erwirtschaftet.
Frauenhandel und Zwangsprostitution sind untrennbar und sehr eng mit anderen Kriminalitätsformen verbunden und sie sind Basisdelikte und ein wichtiges Standbein der Organisierten Kriminalität.
Der Autor beleuchtet die Situation in den Rekrutierungsländern, die Anwerbungs- und Schleusungsmethoden sowie die Zuführung und Ausbeutung in der Zwangsprostitution anhand kriminalpolizeilicher Erfahrungen und realen Kriminalitätsgeschehens.

ISBN: 978-3801104870, Manfred Paulus, VPD, 2003

Ware Mensch. Der Skandal des modernen Sklavenhandels

Der Handel mit Menschen ist weder ein historisches Phänomen, noch beschränkt er sich auf abgelegene Gegenden der Erde. Vielmehr ist die moderne Sklaverei ein Teil des globalen Marktes – das ist der schockierende Befund dieses aufsehenerregenden Buches.

ISBN: 978-3492042451, Pino Arlacchi, Piper, 2000