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Corona-Pandemie

Menschenhandel: Kongress verschoben – die Not der Frauen nicht

By sexuelle Ausbeutung

Die Corona Maßnahmen in Deutschland machen es unumgänglich: Der Kongress “Gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung“, der vom 8. bis 11. November 2020 im Christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd geplant war, muss leider ins übernächste Jahr auf den 29. Mai bis 1. Juni 2022 verschoben werden. Der Kongress soll Frauen in Prostitution eine Stimme geben und gleichzeitig nach Lösungsansätzen suchen.

Wir verschieben den Kongress mit großem Bedauern, denn der erste Corona Lockdown hat die Lage vieler Frauen in Prostitution in Deutschland neu ins Bewusstsein der Bevölkerung und der Politik gerückt. Etliche Frauen wurden obdachlos und machtlos. Gerade jetzt ist die Zeit zu handeln. Die verschärfte Lage durch Covid-19 und die Verschiebung des Kongresses hält uns nicht davon ab, unser gemeinsames Ziel intensiv zu verfolgen. Durch Videostatements von Politikerinnen und Politikern sowie Referenten, die ihre Teilnahme am Kongress zugesagt hatten, wollen wir das Leid von Zehntausenden Frauen ans Licht bringen und damit zu einer gesellschaftlichen Sensibilisierung und zu steigendem Unrechtsbewusstsein beitragen. Denn eines ist klar und sichtbar: Menschenhandel und Sklaverei (betrifft auch Männer und Kinder) ist in Deutschland deutlich präsent.

Statements:

Statement von Uwe Heimowski

Veranstalter:
Gemeinsam gegen Menschenhandel, Deutsche Evangelische Allianz, International Justice Mission, Aktion Hoffnungsland, Mission Freedom und Schönblick

Interview mit Frank Heinrich: „Wollen wir weiterhin als ‚Bordell Europas‘ gelten?“

By Prostitutionspolitik

Unser Vorsitzender und Bundestagsabgeordneter Frank Heinrich (CDU) engagiert sich schon lange gegen Menschenhandel und spricht im Interview über die Lage des Menschenhandels, wer davon betroffen ist, was sich über die Jahre verändert hat und welche Rolle die Kirchen und Gemeinden, aber auch jede/r Einzelne einnehmen können.

Die Corona-Pandemie habe dazu beigetragen, dass bestimmte Aspekte des Menschenhandels ans Licht kamen. Zum Beispiel seien alle Frauen eines bestimmten nationalen Hintergrunds schlagartig verschwunden. Daran sei erkennbar, wie viel Macht die Hintermänner haben, die den Menschenhandel organisiert planen und durchführen. Die deutsche Justiz habe nicht die benötigten Befugnisse, um dieses Verbrechen erfolgreich zu bekämpfen, da das Gesetz an dieser Stelle viel zu vage sei.

Heinrich sieht deshalb eine dringende Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Debatte über die Bezeichnung Deutschlands als das sogenannte „Bordell Europas“. In erster Linie betrifft das die deutsche Gesetzeslage, womit auch eine Diskussion, um ein potentielles Sexkaufverbot nach Nordischem Modell einhergehen würde.
Schließlich fordert er die christlichen Kirchen und Gemeinden dazu auf, ihre Stimmen zu erheben und aktiv zu werden. Außerdem sei es außerordentlich wichtig, dass sich einzelne BürgerInnen zum Beispiel mit Fragen zu den Umsetzungen der gesetzlichen Regelungen in ihren Städten, an ihre Abgeordneten wenden. Ein Interesse von Seiten der Bevölkerung trage direkt zu einer intensivierten Diskussion des Themas auf höherer Ebene bei.

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Auswirkungen von Covid-19 auf den internationalen Menschenhandel

By Forschung

Eine Untersuchung von OSCE/ODIHR (Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) und UN Women hat ergeben, dass die Corona-Pandemie auch auf die internationalen Strukturen des Menschenhandels starke negative Auswirkungen hat. Bei der Untersuchung wurden Überlebende von Menschenhandel und MitarbeiterInnen von Erstkontaktstellen für Opfer von Menschenhandel aus verschiedenen Ländern befragt.

Im Kern der Untersuchungsergebnisse stehen zwei Punkte:

(1) Die Betroffenen und Überlebenden von Menschenhandel sind neuen Risiken und Herausforderungen ausgesetzt. Dazu zählt zum Beispiel, dass sie in dieser Zeit fast keinen Zugang zu Hilfsangeboten haben oder dass sie nicht in ihre Heimatländer zurück können.

(2) Die Not der Menschen ist größer und die Nachfrage nach „pornografischem Material“, das online zur Verfügung steht, ist gestiegen. Daraus ist eine größere Verletzlichkeit der Frauen und Mädchen, die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Menschenhandel zu werden, entstanden.

Der vollständige Bericht ist (in englischer Sprache) unter diesem Link verfügbar.

Über Zwangsprostitution, modernen Menschenhandel und politische Lösungsversuche

By Prostitutionspolitik

Über Zwangsprostitution, modernen Menschenhandel und politische Lösungsversuche

In ihrem sehr empfehlenswerten Artikel im Magazin „Evangelische Verantwortung“ diskutieren Kersten Rieder und Uwe Heimowski die liberale Gesetzgebung im Bereich der Prostitution, die Inhalte des Nordischen Modells und den für Deutschland dringend benötigten Paradigmenwechsel, der damit einhergeht.

Sie argumentieren, dass Ausbeutung und Menschenhandel der Unantastbarkeit der Würde des Menschen nach christlichen und grundgesetzlichen Standards widersprechen. Und sie beschreiben die politische Debatte über die gesetzlichen Richtlinien der Prostitution, sowie die Auswirkungen der Beschlüsse zur Corona-Pandemie auf die Frauen in der Prostitution:

„Die Bundesregierung hat im März die Schließung von Prostitutionsstätten und Bordellen angeordnet. Spätestens jetzt bekam das Bild der selbstbestimmten Sexarbeiterinnen einen Riss.“ 

Abschließend stellen sie die Frage danach, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Zum Beispiel: „Kann es in Zeiten nach ‚Me Too‘ noch sein, dass der Bordellbesuch als Ausdruck besonderer Männlichkeit angesehen wird?“

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